Interview mit David Breuer

  • Normalerweise wären wir in dieser Woche im Dauereinsatz. Am Samstag dann nach einem Jahr Planung die zweite Ausgabe des EIFEL HERO Triathlon powered by Eifel-Camp. Am Sonntag dann wieder die Stunde der Kids beim EIFEL HERO Swim & Run.
  • Normalerweise würdet ihr es in dieser Woche etwas ruhiger angehen lassen. Gut vorbereitet und top motiviert für den Wettkampf.
  • Normalerweise ….

Aber in diesen Zeiten gibt es kein “normalerweise” und wir alle mussten, und müssen es immer noch, lernen mit der Situation umzugehen. Das gilt für uns als Veranstalter genau wie für euch als Athleten. Das gilt für den Hobbysportler genau wie für den Profi.

Orga-Chef Ralf Hetkamp hat die Gelegenheit genutzt und Profitriathlet David Breuer gefragt, wie er mit der Situation umgegangen ist und wie er sich weiter motiviert. David kommt aus der Eifel und hat die erste Ausgabe des EIFEL HERO gewonnen.

Hier das Interview:

Im Rahmen eines Trainingslagers auf Mallorca hast Du im März von den von großen Veränderungen und Einschränkungen durch das Covid 19 Virus erfahren. Wie müssen wir uns dies vorstellen? War z.B. die Rückreise unproblematisch?

Das ist richtig. Als es mit den ersten Quarantänemaßnahmen losging und das Covid 19 Virus sich ausbreitete, war ich mit einigen Athleten auf Mallorca im Trainingslager. Wir waren eine super Truppe und das Training lief richtig gut, sodass wir bereit für die anstehenden Wettkämpfe waren. Wir haben anfangs noch etwas beruhigt den Nachrichten Ticker verfolgt, dann ging das plötzlich sehr schnell. Jeder saß am Handy und hat nach Rückflügen nach Deutschland gesucht. Denn nachdem wir erfahren haben, dass in kurze der Flughafen Palma geschlossen wird, war es klar das es doch ernster ist als gedacht. Innerhalb von 24h war unser Trainingslager dann beendet und einer nach dem anderen verabschiedete sich nach Hause. Für mich ging es dann von Palma über Berlin zurück nach Köln. Nachdem der Flug gebucht war, war es schon eher unproblematisch. Der Flughafen in Palma war zwar wie ausgestorben und kein Geschäft war geöffnet, aber das war mir ehrlich gesagt auch egal. Von unserer Trainingsgruppe hat es dann jeder sicher nach Hause geschafft.

Für dieses Jahr hattest Du Dir wieder viel vorgenommen. Eine Titelverteidigung beim EIFEL HERO war nicht möglich, da Du am anderen Tag beim IM Frankfurt starten wolltest. Hast Du trotz der vielen Einschränkungen durch Corona weiterhin trainiert?

Die Saison stand quasi in den Startlöchern und ich war/bin gut in Form. Anfangs war alles etwas ungewiss, aber nach gut einer Woche bin ich dann wieder normal ins Training eingestiegen. Jetzt gar nicht zu trainieren wäre ein großer Fehler, da ich schon in meinem gewohnten Trainingsrhythmus bleiben möchte und fit zu sein, sobald es wieder losgeht. Das Training wurde etwas umgestellt, gerade die wettkampfspezifischen Einheiten wurden rausgenommen und durch Grundlagentraining ersetzt.

Du bist ein guter Schwimmer, aber an Schwimmtraining war ja lange Zeit nicht zu denken. Wie hast Du Dich speziell hierfür fit gehalten?

Das “Nicht-Schwimmen” hat für mich natürlich die größte Einschränkung bedeutet. Einen so langen Zeitraum, bei mir waren es 5 Wochen, nicht im Wasser sein zu können, merkt man natürlich. Das lässt sich auch nicht durch anderes schwimmspezifisches Training kompensieren. Ich hab aber vor allem Zugseil-Training und Kraft/Athletik-Training an Land gemacht. Die Seen waren zu der Quarantänezeit noch zu kalt und erstmal keine Option. Manch einer hat eine Gegenstromanlage in der Garage und konnte natürlich weiterschwimmen.

Wie bist Du mit der Situation umgegangen, dass fast alle Wettkämpfe abgesagt wurden?

Meine geplanten Wettkämpfe für 2020 sind bereits alle abgesagt, bzw. werden vielleicht noch verschoben. Für mich war das anfangs natürlich schwer und noch nicht so ganz realisierbar. Ein ganzes Jahr keine Wettkämpfe machen zu können ist für alle Sportler natürlich eine sehr schwierige Situation. Schlussendlich muss man sich aber damit abfinden und das Beste daraus machen. Ich persönlich trainiere natürlich in erster Linie für die Wettkämpfe, aber das Training macht mir auch ohne richtiges Ziel sehr viel Spaß.

Wie motivierst Du Dich täglich immer wieder aufs Neue?

Momentan motiviere ich mich damit, dass ich davon ausgehe, dass irgendwann wieder Triathlonveranstaltungen möglich sind und das ich dort dann fit an der Startlinie stehen möchte. Das ist natürlich erstmal ein Ziel, dass in ungewisser Ferne liegt. Mittlerweile habe ich aber wieder einen guten Trainingsrhythmus und ich vergesse manchmal auch das keine Wettkämpfe sind und ich trainiere einfach, weil es Spaß macht. Außerdem motiviert mich auch der Trainingsplan auf eine gewisse Art, dass ich das Training in der Woche gut durchziehen möchte. Gerade wenn ich gut in Form bin, muss ich mich nicht wirklich motivieren. Ganz nach dem Motto: ” Wenn es läuft – dann läuft es! ” 🙂

Wie sind Deine nächsten Ziele und planst Du jetzt schon eine Teilnahme an einem Triathlon z.B. für Ende dieses Jahres?

Momentan habe ich keine Wettkämpfe geplant, da man diese nicht zu 100% planen kann und nicht weiß ob sie auch wirklich stattfinden. Die Saison komplett abschreiben möchte ich aktuell noch nicht, aber für mich ist es auch nicht wirklich vorstellbar, dass ich dieses Jahr noch an einer Startlinie stehen werde. Ende des Jahres könnten einige Wettkämpfe eine Option sein. Man muss die nächsten Wochen und Monate abwarten und schauen wie es sich entwickelt.

Wir sind wie David gespannt, wie es in diesem Jahr noch weitergeht und was 2021 für uns alle bringen wird. Auf jeden Fall schauen wir positiv in die Zukunft und auf die 2. Ausgabe des EIFEL HERO Triathlon am 26.06.2021.

Auch David schaut natürlich mit Freuden in die Zukunft. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, wird es im Sommer Nachwuchs in der Sportlerfamilie Breuer geben. Wenn das kein positives Signal ist!!